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Carl Ischer
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Ahnenreihe Jesu Christi

Vorbetrachtung

Um die Thematik zu verstehen sind wohl ein paar Vorbetrachtungen vonnöten. Wenn wir ein Studium der Bibel vornehmen so werden wir auf einige Dinge stoßen welche sich anscheinend widersprechen. Viele vor allen Dingen neuere christliche Gemeinschaften behaupten "die Bibel ist 100% Gottes Wort". Bei dieser Betrachtung müsste eine Frage als berechtigt erscheinen. Wieso sind dann Textstellen vorhanden, die sich offensichtlich widersprechen? Bei 100% Gotteswort müsste das eigentlich unmöglich sein. Wenn Gott doch so erhaben ist, so kann er doch solche Dinge nicht verschieden eingegeben haben. Was ist nun aber die Ursache für diese vermeintlichen Fehler?. Man darf einfach die ganze Sache nicht zu engstirnig sehen. Wenn man die Geschichte der Bibel betrachtet, so versteht man bestimmt sehr schnell warum das ein oder das andere so ist. Die Urbibel die gibt es einfach nicht. Alle bekannten Texte sind Abschriften bzw. Aufzeichnungen, die oft über Jahrhunderte vorher mündlich überliefert wurden. Zum Beispiel sind die Bücher Mose erst um die Zeit Salomo schriftlich korrekt niedergelegt wurden. Also ungefähr 970 bis 930 vor unserer Zeitrechnung. Ältere Aufzeichnungen, die vielfach nicht mehr existierten, beziehungsweise nur unvollständig vorhanden waren, entstanden um 1530 bis 1470 vor unserer Zeitrechnung. Vielfach waren damals diese Aufzeichnungen aber auch nur Abschriften von wieder älteren Aufzeichnungen. Auch uns geht es heute ähnlich. Die uns bekannten Aufzeichnungen, sind auch nicht das Original vom Verfasser, sondern "nur" Abschriften.

Diese Abschriften sind die bekanntesten Exemplare:

    Der Codex Sinaiticus (um 350 n. Chr.)
    ist eine fast vollständige Bibel, entdeckt 1844 von Tischendorf ausgerechnet im Papierkorb (!) eines Klosters und nach einer längeren, bewegten Geschichte im Britischen Museum gelandet.

    Der Codex Alexandrinus (um 400 n. Chr.)
    ist ebenso eine Vollbibel, der einzelne Blätter fehlen (so etwa fast das gesamte Matthäus-Evangelium bis Matthäus 25, 6). Seit dem 11. Jahrhundert in der Bibliothek des Patriarchen von Alexandrien nachweisbar, heute ebenfalls im Britischen Museum.

    Der Codex Vaticanus (um 325-350 n. Chr.)
    ist auch eine Vollbibel, der einzelne Blätter fehlen, bereits 1475 in einem vatikanischen Inventar verzeichnet.

      Eine Genaue Aufstellung der einzelnen Abschriften und Frakmente
      können Sie auf der K. C. Hanson's HomePage einsehen.

Es ist beachtlich mit welcher Genauigkeit der Text immer wieder abgeschrieben wurde. Zwar sind einzelne Unstimmigkeiten vorhanden. Aber doch stimmenden die weitaus größeren Anteile, wörtlich überein. Die ältesten „Originalschriften“ des Alten Testamentes sind um 200 vor Christi und die des Neuen Testamentes 200 nach Christi geschrieben wurden. Was führte nun zu Unstimmigkeiten?
Einfach Abschreibfehler. Wenn wir einmal betrachten, dass alles per Hand geschrieben wurde, so können wir auch nachvollziehen warum es zu Abschreibfehlern kommen konnte. Schon ein etwas anders gewählter Strich für einen Buchstaben kann beim Lesen zu einer andern Wortwahl führen. Wenn wir noch bedenken, dass im Hebräischen keine Vokale geschrieben wurden, so ist es doch immer möglich ein anders Ergebnis beim Weiterreichen zu erreichen.
Ein gutes Beispiel aus unserer Zeit sind die Zeugen Jehova. Sie behaupten, das der Gottesname Jehova sei, ohne sprachlich wissenschaftliche Aspekte zu beachten. Sprachwissenschaftler der heräischen Sprache, gehen davon aus, dass es wohl eher Jachwe heißen müsste. So etwas ist heute relativ sicher sprachwissenschaftlich bewiesen!
In vergangenen Zeiten gab es aber solch gründliche Sprachwissenschaftliche Untersuchungen der alten Texte noch nicht. Es sind also nie Verfälschungen, sondern nur unbeabsichtigter Fehler im Bibeltext entstanden.
In der Weiteren Betrachtung über die Ahnenreihe Christi werde ich an konkreter Stelle darauf zurück kommen. Zu allen Zeiten haben sich die Menschen bemüht dem Urtext so nahe wie möglich zu kommen. Deutlich kann man dieses Bemühen in den neueren Bibelausgaben. Luther 1984, Gute Nachricht Bibel, NT von Ludwig Albrecht, NT von Johann Albrecht Bengel und der Revidierten Elberfelder Bibelausgabe erkennen. Hier sind die Funde von Konstantin von Tischendorf (Codex Sinaiticus) eingearbeitet wurden, obwohl es stellenweise zu auch zu Unstimmigkeiten bei alten Glaubenssichtweisen gekommen ist.

Als Beispiel sei mal die Taufgeschichte bei dem Kämmerer der Kandake angeführt.

    Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesus. Und als sie auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, dass ich mich taufen lasse? Und er ließ den Wagen halten und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.
    (Apostelgeschichte 8, 35 bis 38 - Luther 1984)

    Philippus aber tat seinen Mund auf und fing von dieser Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesu. Und als sie zogen der Straße nach, kamen sie an ein Wasser. Und der Kämmerer sprach: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß ich mich taufen lasse? Philippus aber sprach: Glaubst du von ganzem Herzen, so mag's wohl sein. Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist. Und er hieß den Wagen halten, und stiegen hinab in das Wasser beide, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.
    (Apostelgeschichte 8, 35 bis 38 - Luther 1912)

Hier wird ein Beleg für die Glaubenstaufe weggelassen, weil diese Aussage so in den ältesten Textzeugen nicht steht. Aber diese Unstimmigkeiten sind letztlich und textlich gesehen Nebensächlichkeiten. Der weitaus größere und für den Glauben wichtige Teil der Bibel ist in allen Textzeugen gleich. Es ist einfach großartig wie genau die Schriften der Bibel erhalten sind. Ist das nicht eigentlich erstaunlich wie genau nach über ca. 2000 Jahre, für uns der Text der Bibel erhalten ist?

Übersicht Erklärungen Bibelstellen

Hinweis zur Ausarbeitung!
Grundlage für diese Ausarbeitung ist
“Der Stammbaum Jesu Christi“
von
Abraham Meister (21.12.1901 bis 16.11.1990)

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