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Carl Ischer
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Homosexualität und christliche Kirche

Das Thema Homosexualität ist noch immer ein pikantes Thema, bei dem immer wieder Emotionen aufkommen, welche nach meiner Sicht durch ungerechtfertigte Vorurteile entstehen. Um die Sachlage richtig einzuordnen, muss man sich einmal die Sachlage beschauen und nicht immer von der allgemein gängigen Verhaltensweise ausgehen. Ich will daher mal als Hetero versuchen eine Brücke zu schlagen und Vorurteile helfen abzubauen.

Nicht alle Menschen haben die gleiche sexuelle Veranlagung. So gibt es z.B. Männer oder auch Frauen, welche nur auf sehr korpulente Partner stehen und Andere wiederum die nur auf sehr schlanke Partner stehen. Mitunter geht dabei die Abneigung gegenüber der jeweils anderen Ansicht bis hin zur Ekelerregung. Für mich ist dies zwar etwas unbegreiflich aber leider doch wahr. Diese Verschiedenheit ist ja durchaus vom Schöpfer so gewollt, denn sonst hätte er die Gene so gelegt, dass es keine dicken oder dünnen Menschen geben würde. Wir müssten dann schlichtweg alle gleich aussehen, so wie es uns vielfach die Modeindustrie versucht vorzugaukeln Dies als Eigenverschulden hinzustellen ist oberflächlich und diskriminierend. Leider ist aber in der heutigen Zeit die Diskriminierung Anderer an der Tagesordnung.

Mein Vorstoß soll die Diskriminierung von Menschen, mit Homosexueller Veranlagung, abbauen helfen. Die von mir oben eingebrachte Betrachtung könnte man auch bei der Homosexualität anbringen. Ist es deshalb dann immer etwas Ekelerregendes? Gewiss, dem der damit nicht umgehen kann, wird es schon eine gewisse Toleranz abverlangen. Aber wie man schon bei meinem Beispiel mit Dick oder Dünn sehen kann, kann man auch die verschieden geschlechtliche Ausrichtung durchaus tolerieren. Auch diese Menschen sind Geschöpfe Gottes ohne Wenn und Aber! Auch sie haben Gefühle und Wünsche. Auch sie wollen ein erfülltes Leben haben.

Gebt ihnen die Chance dazu!

 

Navigator: 

 1. Begriffsbestimmung
 2. Hermaphrodismus
 3. Gründe für Homosexualität
 4. Bibel und Homosexualität
     4.1. Worte des Altes Testamentes
     4.2. unklare Worte des Alten Testaments
     4.3. Worte des Neuen Testamentes
     4.4. unklare Worte des Neuen Testaments
     4.5. Worte aus den Pseudepigraphen
 5. Einordnung in unsere heutige Glaubenssicht
 Fazit

 

1. Begriffsbestimmung  

Das Wort Homosexualität kommt eigentlich in seiner Wortbedeutung von der lateinischen Sprache her. Wir finden den ersten Teil des Begriffes in der Vulgata bereits in Genesis 2, 24 (1. Buch Mose 2, 24) als fünftes Wort („homo”). Es bedeutet entweder Mann, wenn es in der bestimmten Form geschrieben wird oder Mensch, wenn allgemein verwendet wird. Die Sexualität kommt vom Lateinischen „sexus” und bezeichnet das Geschlecht. Wir finden dieses Wort ebenfalls in der Vulgata, das erste mal in Genesis 6, 19 drittletztes Wort. Zusammengesetzt bezeichnet also Homosexualität die Geschlechtsbeziehung zwischen Männern. Heute wird aber mehr vom griechischen Wort „ομοιος” ausgegangen, welches die Bedeutung von „gleich” hat. Damit sieht man in Homosexualität heute mehr die Gleichgeschlechtlichkeit. Da dies aber eine Verknüpfung von zwei Worten, aus zwei unterschiedlichen Sprachen ist, ist diese Ansicht, so denke ich, nicht ganz korrekt. Die gleiche Beziehung zwischen Frauen wird als Tribadie oder als lesbisch bezeichnet.

Tribadie kommt vom lateinischem „tribas”. Es wird von einem griechischen Wort hergeleitet. Dieses griechische Wort „τριβειν” bedeutet soviel wie „reiben”. Es geht dabei um die Aussage, dass diese Menschen sich gegenseitig „nur” an den Genitalien berühren können und wird daher eher abschätzig verwendet. Da dies so gesehen ein Schimpfwort ist, sollte man den Begriff „lesbisch” bevorzugen.

Lesbisch leitet sich von dem Wort Lesbos ab. Lesbos ist eine Insel auf der die griechische Dichterin Sappho noch vor dem Jahr 600 v. Chr. lebte. Sie gilt als Anhängerin der lesbischen Liebe und aus ihrem Wohnort ist dieses Wort hergeleitet. Heute spricht man aber allgemein von Homosexualität, wenn gleichgeschlechtliche Sexualpraxis vorliegt.

Bisexualität bezeichnet einen Menschen der sexuelle Kontakte zu beiden Geschlechtern hat. Das Teilwort „bi” kommt vom lateinischen „bini” und bedeutet zwei.

Transsexualität bezeichnet eine Frau bzw. einen Mann, welche sich innerlich dem anderem Geschlecht zugehörig fühlen. Sie streben die operative Geschlechtumwandlung an bzw. haben sie bereits vollziehen lassen. Der Begriff „trans” kommt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet „darüber hinaus” oder „jenseits” und bezeichnet so die andere Seite einer Sache. Diese Sache sollte nicht mit dem Transvestismus verwechselt werden.

Transvestismus ist im Gegensatz zur Transsexualität das triebhafte Bedürfnis, die Kleidung des anderen Geschlechts anzulegen und auch im äußeren Verhalten das andere Geschlecht nachzuahmen; Menschen mit dieser Veranlagung heißen Transvestiten, sind aber nach dem Geschlechtsmerkmal immer noch Frau bzw. Mann. Das Lateinische Wort "trans" habe ich schon erklärt. Der zweite Wortteil kommt von dem lateinischen Wort "vestis" was Kleidung bedeutet.

Intersexuell benennt man Menschen welche eine geschlechtliche Zwischenform haben. Sie haben also sowohl die männlichen wie auch die weiblichen Merkmale. Der Wortteil „inter” kommt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet zwischen.

Hermaphrodit ist ein Wesen der griechischen Sagenwelt. Der römischen Dichter Publius Ovidius Naso, * 43 vor bis † 17 oder 18 nach Christi, berichtet in einer Sage von dem schönen Sohn des Hermes und der Aphrodite, der auf Wunsch der Quellnymphe Salmakis mit dieser zu einem Zwitterwesen vereinigt wurde.

 

2. Hermaphrodismus 

Wenn wir die Homosexualität betrachten, dann finde ich es für wichtig zuvor auf eine Sachlage aufmerksam zu machen, die immerhin 0,2 Prozent der Menschen betreffen. Es ist der Hermaphrodismus, welcher sich von dem Begriff Hermaphrodit herleitet. Heute wird Hermaphrodismus meist eher mit dem Begriff „intersexuell” beschrieben, wofür es auch sehr gute Gründe gibt. Es geht schlichtweg um die Uneindeutigkeiten bei der Bestimmung des Körpergeschlechtes. Diese Uneindeutigkeiten können verschiedene Ursachen haben. Die Medizin unterscheidet hierbei zwischen der chromosomalen Variante, der gonadalen Variante, der hormonellen Variante, und der anatomischen Variante (z.B. vollständiger Hermaphrodismus). Dabei können Variationen von weiblichem Aussehen und männlichen Veranlagungen (Chromosomen) bis weiblichen Aussehen mit eindeutig männlichen Geschlechtsmerkmalen auftreten. Mitunter kann man nur durch eingehende medizinische Untersuchungen diese Menschen einigermaßen einem exakten Geschlecht zuordnen und selbst dann bleiben berechtigte Zweifel. Auch aus diesem Grunde wählt man heute meist lieber den Begriff intersexuell, da Hermaphrodismus eindeutig auf gleichwertige Zweigeschlechtlichkeit hinweist und viele der verschiedenen Varianten somit ausgeklammert wären. Wir denken hier nicht über Transsexualität nach, sondern beschreiben hier die Intersexualität, obwohl in einigen Fällen durchaus aus dieser Situation heraus ein Mensch so gesehen als Transsexuell erscheinen kann. Dies ist dann aber in diesem Fall nicht wirkliche Transsexualität! In den von mir hier angeführten Ursachen bzw. Sachlagen, kann man klar erkennen, wie weitläufig Intersexualität ist. In früheren Jahren beobachtete man nur den anatomisch zu erkennenden Hermaphrodismus. Die vielen verschiedenen Varianten sind aber leider meist erst später im Leben so richtig erkennbar. Der betroffene Mensch ist völlig gesund und hat im Allgemeinen eine gleich hohe Lebenserwartung wie alle andere Menschen! Bei vollständigem Hermaphrodismus beachte man, dass diese Menschen oft vollwertig Zweigeschlechtlich sind und somit sowohl als Frau wie auch als Mann sich sexuell betätigen könnten.

Wer will nun hier entscheiden!

Wer will hier ernstlich verurteilen?

So etwas steht uns schlichtweg nicht zu!

In der Geschichte reicht die soziale Akzeptanz in Bezug auf Intersexuelle Menschen, von der Verehrung bis hin zur Tötung. Man bedenke, dass in fast allen Kulturen Mord verabscheut bzw. als Sünde angesehen wird. Für diese Menschen aber galt und gilt dieses hohe Gut der Lebensbewahrung vielfach nicht!

Wie vielen solcher Menschen wurde so, oft auf schreckliche Weise, ihr von Gott geschenktes Leben verwehrt?

Euthanasie trifft immer die Schwachen, welche sich nicht wehren können.

In den westlichen Kulturen der Neuzeit gab und gibt es teilweise noch heute die Ansicht, dass es wissenschaftlich möglich sei, das wirkliche Geschlecht eines jeden Menschen zu bestimmen. Diesen Menschen wurde, und wird auch noch mitunter heute, dann im Kindesalter regelrecht medizinische Gewalt angetan, da man meint bereits im zarten Alter eine Festlegung auf ein Geschlecht vollziehen zu müssen. Man Amputiert und legt fest, was dieser Mensch zu sein hat. Meist wird sich dann sogar noch für das weibliche Geschlecht entschieden, weil diese Operation leichter zu bewerkstelligen ist. Vielfach wird dann noch hormonell nachgeholfen. Die Folge ist ein seelisch und körperlich verstümmelter Mensch. Vielfach kann dann z.B. so eine erzwungene Frau oder so ein erzwungener Mann nie eigene Kinder haben, weil sie durch diesen Eingriff die falsche Prägung bekommen haben und somit zeugungsunfähig wurden.

Dies ist eine menschliche Tragödie und genau genommen ein Verbrechen!

Die meisten dieser festgelegten Intersexuellen Menschen leiden ein Leben lang unter den Folgen dieser Entscheidung!

Steht diese Entscheidung nicht einzig dem Betroffenen zu?

Hier kann ich von meiner Sichtweise aus nur warnend mahnen!

Die Bibel sagt im Grunde nichts zu dieser Thematik. Diese Thematik kommt dort schlichtweg nicht vor.

 

3. Gründe für Homosexualität 

Unter Homosexualität versteht man heute allgemein ein gleichgeschlechtlich ausgerichtetes Denken, Verhalten und Erleben. Seit den grundlegenden Untersuchungen des Sexualforschers Alfred G. Kinsey (23. 6. 1894 bis 25. 8. 1956) Ende der vierziger Jahre ist bekannt, dass etwa 4% aller Männer und 2% aller Frauen ausschließlich gleichgeschlechtlich ausgerichtet sind. In der Jugendzeit ist gelegentliche Homosexualität sogar noch weit mehr verbreitet. Die Zahlen liegen hier bei etwa 50% aller männlichen und etwa 20% aller weiblichen Jugendlichen. Die Ursachen zu der Homosexualität sind noch nicht völlig erforscht, und es ist nach wie vor strittig, ob sie nun anlagebedingt oder eventuell erworben ist. Homosexuell geprägte Menschen nutzen gern das Bild der gleichgeschlechtlich lebenden Tiere.

Nur muss man als denkender Mensch wirklich diesen Vergleich nutzen?

Wenn ein Atheist diesen Vergleich wählt, kann ich das akzeptieren. Diese Abhandlung, soll aber christlichen Ansprüchen genügen und da sollte man schon zwischen den Tieren und der Krone der Schöpfung zu unterscheiden wissen. Man könnte jetzt einige angeborene Eigenarten der Tiere auflisten, welche dann logischerweise ebenfalls von uns Menschen nachgeäfft werden könnten (???).
--------------Sorry-;
aber das lassen wir lieber!

Die am häufigsten verbreitete Form der Homosexualität ist die Neigungshomosexualität welche auch konstitutionelle Homosexualität genannt wird. Sie liegt dann vor, wenn bei psychisch und physisch normalen erwachsenen Menschen eine andauernde und entschiedene sexuelle Neigung zum gleichgeschlechtlichen Partner vorherrscht. Neigungshomosexualität ist weder eine körperliche Krankheit noch eine psychische Störung. Eine Psychotherapie oder auch jede andersartige Therapie ist sinnwidrig, da eine Änderung der sexuellen Ausrichtung unmöglich ist, ja da sie meiner Meinung nach auch den Menschen in seiner Würde verletzt!

Sexualität gehört zur Lebensfreude und sollte, egal welcher Art, nicht unterdrückt werden.

Es gibt Menschen, die Homosexualität als biologisch unnormal halten. Hier erlaubt sich eine Gegenfrage. Was sollen dann bitte schön Intersexuelle Menschen tun?

Sind die dann etwa auch unnormal????

Viele Vorurteile gehen dahin, dass man angeblich Kinder vor Homosexuellen Menschen schützen sollte. Hier stellt sich die Frage; Warum denn bitteschön?

Diese Menschen schaden doch den Kindern nichts!

Gelebte Homosexualität schadet den Kindern nicht, sondern öffnet eher Horizonte.

Sex mit Kindern hat nichts mit Homosexualität zu tun, sondern ist Missbrauch!!

Der Schutz der Kinder muss immer gewahrt sein, denn Missbrauch an Kindern, egal welcher Art, ist ein Verbrechen! Dies gilt aber sowohl für hetero- wie homosexuelle Praktiken.

praktizierte Pädophilie
hat nichts (!!)
mit Homosexualität zu tun und
ist nicht akzeptierbar!!

 

4. Bibel und Homosexualität  

Das Thema Bibel und Homosexualität ist ein schwieriges Kapitel, da es über die Interpretation der Bibel keine einheitliche Meinung gibt. Es gibt Christen welche das Wort versuchen wörtlich zu nehmen und bauen dabei Dogmen auf, welche letztlich dem Gebot der Liebe widersprechen.

    Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.
    (Johannes 13, 34)

Wenn wir dann noch das Wort Jesu beachten, dass wir sogar unsere Feinde lieben sollen (Matthäus 5, 44; Lukas 6, 27 bis 35); Wie kann man dann einen lieben Menschen nur wegen seiner sexuellen Fixierung ausgrenzen??

Der Text der Bibel ist für mich eindeutig Gottes Wort. Dieses Wort wurde aber von Menschen aufgeschrieben, welche ihre ganz persönliche Erfahrung zu ganz bestimmten Zeiten mit Gott gemacht haben. Wichtig bei der Betrachtung ist auch, dass die Schriftstellen meist eher nebensächlich über dieses Thema etwas aussagen. Mitunter kommt sogar, im Zusammenhang betrachtet, etwas ganz anders zum Vorschein. Beachtlich ist auch, dass weder die Propheten noch Jesu sich dieser Thematik annahmen. Allerdings muss man auch feststellen, dass so mancher Vertreter beider Seiten, auch in so manche Schriftstellen etwas hineininterpretieren möchte, was so letztlich gar nicht zur Aussage kommen soll. Ich meine, dass hier ganz vorsichtig mit der Sachlage umzugehen ist, sonst finden sich auch noch Ufos und sonstige Gespinste in der Bibel.

4.1. Worte des Altes Testamentes 

Im Alten Testament gibt es vier direkte Schriftstellen, welche sozusagen homosexuelle Handlungen beschreiben.

    „Aber ehe sie sich legten, kamen die Männer der Stadt Sodom und umgaben das Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden, und riefen Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, dass wir uns über sie her machen. Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloss die Tür hinter sich zu und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel! Siehe, ich habe zwei Töchter, die wissen noch von keinem Manne; die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; aber diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Dachs gekommen. Sie aber sprachen: Weg mit dir! Und sprachen auch: Du bist der einzige Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich noch übler plagen als jene. Und sie drangen hart ein auf den Mann Lot. Doch als sie hinzu liefen und die Tür aufbrechen wollten, griffen die Männer hinaus und zogen Lot herein zu sich ins Haus und schlossen die Tür zu. Und sie schlugen die Leute vor der Tür des Hauses, klein und groß, mit Blindheit, so dass sie es aufgaben, die Tür zu finden.”
    (1. Mose 19, 4 bis 13)

Es handelt sich eindeutig um Männer, welche hier von Männern sexuell missbraucht werden sollten. Andere Übersetzer nutzen hier den für sexuelle Betätigungen, in der Bibel üblichen Begriff „erkennen” (siehe z.B. Elberfelder). Es geht aber an der Grundsätzlichen Aussage vorbei, denn wieso sollte Lot seine jungfräulichen Töchter geben, wenn diese Männer ausschließlich Homosexuell geprägt gewesen wären. Im Text geht es vielmehr um Missbrauch. Man wollte die Fremden schänden. Es war somit eine angekündigte Vergewaltigung! Darauf zielt auch das Wort Lots „tut nicht so übel.” Das Übel war hier also nicht die Homosexualität, sondern die Vergewaltigung, die von den Bürgern Sodoms geplant war.

    „Und als ihr Herz nun guter Dinge war, siehe, da kamen die Leute der Stadt, ruchlose Männer, und umstellten das Haus und pochten an die Tür und sprachen zu dem alten Mann, dem Hauswirt: Gib den Mann heraus, der in dein Haus gekommen ist, dass wir uns über ihn hermachen. Aber der Mann, der Hauswirt, ging zu ihnen hinaus und sprach zu ihnen: Nicht, meine Brüder, tut doch nicht solch ein Unrecht! Nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, tut nicht solch eine Schandtat! Siehe, ich habe eine Tochter, noch eine Jungfrau, und dieser hat eine Nebenfrau; die will ich euch herausbringen. Die könnt ihr schänden und mit ihnen tun, was euch gefällt, aber an diesem Mann tut nicht solch eine Schandtat! Aber die Leute wollten nicht auf ihn hören. Da fasste der Mann seine Nebenfrau und brachte sie zu ihnen hinaus. Die machten sich über sie her und trieben ihren Mutwillen mit ihr die ganze Nacht bis an den Morgen. Und als die Morgenröte anbrach, ließen sie sie gehen. Da kam die Frau, als der Morgen anbrach, und fiel hin vor der Tür des Hauses, in dem ihr Herr war, und lag da, bis es licht wurde. Als nun ihr Herr am Morgen aufstand und die Tür des Hauses auftat und herausging, um seines Weges zu ziehen, siehe, da lag seine Nebenfrau vor der Tür des Hauses, die Hände auf der Schwelle. Er sprach zu ihr: Steh auf, lass uns ziehen! Aber sie antwortete nicht. Da legte er sie auf den Esel, machte sich auf und zog an seinen Ort. Als er nun heimkam, nahm er ein Messer, fasste seine Nebenfrau und zerstückelte sie Glied für Glied in zwölf Stücke und sandte sie in das ganze Gebiet Israels.”
    (Richter 19, 22 bis 29)

Diese Geschichte ist fasst eine Parallele zur ersten Geschichte. Aber nur fasst, denn hier wird noch deutlicher, dass es um Vergewaltigung ging. Sie fielen nicht über den Mann sondern über die Frau her bis sie bewusstlos ja vielleicht sogar tot war. Das Zerstückeln deutet auf den Tot der Frau hin. Die Männer von Gibea haben also zwei Sünden gleichzeitig begangen. Sie führten eine Vergewaltigung durch und töteten sogar ihr Opfer. Die Folge dieser ruchlosen Tat wird in den nächsten Versen geschildert. In beiden Fällen wurde auch die Gastfreiheit missachtet. Die Gastfreiheit wird zuerst bei Abraham beschrieben (1. Mose 18) aber auch im bereits angeführten Vers von Lot wird die Gastfreiheit als solch hohes Gut angesehen, dass Lot selbst seine Töchter feilbietet. Auch bei der Brautwahl der Rebekka kann man die Gastfreiheit beschrieben finden (1. Mose 24). Dann lesen wir in der Bibel gleich einem Vermächtnis lesen:

    „Darum sollt ihr auch die Fremdlinge lieben; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland.”
    (5. Mose 10, 19)

Diese Gastfreiheit war schon in sehr alter Zeit Ehrensache und ist auch heute noch im Orient üblich. Wer die Gastfreiheit verletzte, verletzte seine eigene Ehre, ja wurde in den Augen der Mitmenschen ehrlos.
Homosexualität ist also nicht das Thema dieser beiden Erzählungen, sondern die Verletzung der Gastfreiheit, der Gewalt an Menschen und Notzucht. Dadurch wurden diese Menschen schuldig.

Zwei weitere Stellen im Alten Testament finden wir im 3. Buch Mose auch Leviticus genannt. Beim Begriff Leviticus lohnt es sich einmal ein wenig inne zu halten. Leviticus kommt von dem Namen Levi. Dies war der Stamm, welcher in Israel die Aufgabe hatte den Gottesdienst abzusichern. Levi bedeutet soviel wie „verbunden mit, oder anhänglich”. Levi und alle seine Nachkommen waren an Gott und den Dienst im Tempel gebunden. Im 3. Buch Mose auch Leviticus finden wir den hebräischen Gesetzeskodex, den man auch Heiligkeitsgesetz nennen könnte. Hier sind die kultischen und ethischen Regeln enthalten, welche besonders für den Dienst im Tempel Bedeutung hatten.

Im Einzelnen sind dies:

      - die Opfergesetze Kapitel 1 bis 7
      - die Einführung des Priesterdienstes Kapitel 8 bis 10
      - die Reinheitsvorschriften Kapitel 11 bis 15
      - Bestimmungen zum großen Versöhnungstag Kapitel 16
      - die Gesetze zum Gottesdienst und zum Alltag Kapitel 17 bis 27

    „Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Greuel.”
    (3. Mose 18, 22)

    „Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.”
    (3. Mose 20, 13)

Wir finden die erste Schriftstelle in einer Reihe von Vorschriften, wie z.B. Innsucht. Auch der Ehebruch unter Familienangehörigen wird erwähnt. Es folgen Hinweise zum Verkehr währen der Regelblutung der Frau, Verbot von Sex mit der Frau des Nächsten, das geben der Kinder zur Götzenweihe, Sex zwischen Mann und Mann, Sex zwischen Mensch Tier. Alle genannten Dinge haben eine Grundlage, die damals übliche Reinigung für den Tempeldienst. Dies betrifft sowohl die Tempeldiener, wie auch die zum Tempel Kommenden.
In der zweiten Textstelle ist zuvor zu lesen:

„Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott.”
(3. Mose 19, 1)

Man sah das Volk als heilig an. Was hier so in etwa bedeutet "abgesondert und rein". In der Vorstellung der Israeliten war Homosexualität unauslöschbar mit der anrüchigen Praxis der Tempelprostitution verbunden, wurde also gleich dem Götzendienst gesehen. Der hier betrachtete Text erlaubt nebenbei Polygamie und sagt nichts über das lesbisch sein aus.

4.2. unklare Worte des Altes Testamentes 

Im Alten Testament gibt es noch ???? weitere Schriftstellen, welche bei der Diskussion über dieses Thema gern heran gezogen werden.

Die erste dieser Schriftstellen lautet:

    „Auch, wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein einzelner warm werden?”
    (Prediger 4, 11)

Das es sich um eine mänliche Person handelt geht aus dem vorherigen Vers hervor, wo eindeutig ein Gesell übersetzt wird.

4.3. Worte des Neuen Testamentes 

Im Neuen Testament stehen drei Texte, die sich mit der Homosexualität befassen. Beachtenswert dabei ist, dass diese Aussagen nicht von Jesu sondern von dem ehemaligen Pharisäer Paulus stammen. Dieser Paulus war ein Mann, der den Heiden das Evangelium brachte, aber trotzdem sehr auf den Tempeldienst besonnen war (siehe z.B. Apostelgeschichte 21, 26).

    „Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen.”
    (Römer 1, 26 und 27)

Der Text ist eine Bestandsaufnahme des Zustands der Menschheit. Paulus schreibt dies an die Geliebten Gottes und berufenen Heiligen in Rom (Römer 1, aus 7). Er schreibt also nicht an alle Römer sondern ausschließlich an die Gemeinde zu Rom! Die Schriftstelle ist im Zusammenhang der ersten drei Kapitel zu sehen. Paulus kennzeichnet hier, dass alle Menschen schuldig vor Gottes Gerechtigkeit sind. Sie sind gefangen in der Sünde und außerstande, sich selbst zu retten. Interessant scheint mir der Nachsatz aus Kapitel 2 Vers 1.

    „Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den andern richtest, verdammst du dich selbst, weil du eben dasselbe tust, was du richtest.”

Auch in den weiteren Ausführungen des zweiten Kapitels können wir diese Geisteshaltung des Paulus sehen. Es geht also in seinen vielen Anführungen weniger um die angeführten Eigenschaften, als vielmehr um die persönliche Verurteilung dieser Dinge. Es steht uns schlichtweg nicht zu, über andere zu richten. Wir sollen uns mehr um unser eigenes Seelenheil kümmern. Weiter erkennen wir in diesen Worten, dass das Heil nicht durch das Gesetz gewährt wird, sondern die Gerechtigkeit durch den Glauben kommt (Römer 3, 28). Im Textzusammenhang erkennen wir, dass Paulus schon noch in den Denkweisen der Israeliten gebunden ist, denn auch er stellt hier Sexuelle Praktiken (Verse 26 und 27) mit dem Götzendienst in eine Reihe (Vers 25). Paulus bezeichnet im Vers 27 Homosexualität als widernatürlich und Heterosexualität als natürlich. Richtig ist, dass man nur auf diesem Weg Nachwuchs zeugen kann und dies in soweit als Naturgegeben angesehen werden kann. Aber warum verknüpft Paulus hier Lebensfreude und Naturgegebenheiten miteinander? Bei einer anderen Schriftstelle wird deutlich, dass er die Gesetzlichkeit der Israeliten als natürlich ansieht. Er schreibt dort:

    „Lehrt euch nicht auch die Natur, dass es für einen Mann eine Unehre ist, wenn er langes Haar trägt, aber für eine Frau eine Ehre, wenn sie langes Haar hat? Das Haar ist ihr als Schleier gegeben.”
    (1. Korinther 11, 14 und 15)

Gewiss ich reise hier, die Aussage etwas aus dem Zusammenhang. Mir geht es hier aber nicht um den von Paulus gezeichneten Zusammenhang, sondern um die Verknüpfung von der Länge des Haares mit der Natur. Jeder weis doch, dass auch ein Mann schönes langes Haar haben kann.

    „Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.”
    (1. Korinther 6, 9 bis 10)

    „Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn es jemand recht gebraucht, weil er weiß, dass dem Gerechten kein Gesetz gegeben ist, sondern den Ungerechten und Ungehorsamen, den Gottlosen und Sündern, den Unheiligen und Ungeistlichen, den Vatermördern und Muttermördern, den Totschlägern, den Unzüchtigen, den Knabenschändern, den Menschenhändlern, den Lügnern, den Meineidigen und wenn noch etwas anderes der heilsamen Lehre zuwider ist, nach dem Evangelium von der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut ist.„
    (1. Timotheus 1. 8 bis 11)

Hier wird meist sehr vorschnell argumentiert. Ich will daher zunächst einmal die beiden hier verwendeten Ursprungsworte erläutern.

Diese Texte stehen innerhalb von Lasterkatalogen. Neben Unzüchtigen, Ehebrechern, Götzendienern werden die Lustknaben und Knabenschänder genannt. Wird hier nun wirklich die Homosexualität an sich verurteilt und als Sünde bezeichnet? Betrachten wir also den Sinninhalt der Schriftstellen. Paulus verwendet die Worte „αρσενοκοιται”, was meist mit Knabenschänder übertragen wird und „μαλακοι”, was mit Lustknaben oder Weichling wiedergegeben wird. Die Wortzusammensetzung „αρσενοκοιται” ist dabei sehr interessant, da dies eine Kombination aus Awestisch und Griechisch ist. Awestisch ist eine so genannte tote Sprache, welche im alten Persien gesprochen wurde. Zarathustra schrieb die überlieferte Awesta, die heilige Schrift der Zoroaster in dieser Sprache. Die Lehre des Zarathustra wird wegen ihrem Bezug zum Feuer von allen monotheistischen Religionen als Götzendienst verpönt.

aus dem Awestischen übrt das Griechische hergeleitet: „αρσαν” = Mann und aus dem Griechischen „κοιτε” = das Lager Den Begriff „αρσαν” kann man nicht mit Worten aus dem Alten Testament vergleichen, da es einen anderen Ursprung hat. Geht man nun davon aus, das Paulus als Hebräer eher einen hebräischen Ursprung als Wort wählen würde, kommt man unweigerlich zu der Frage; Warum hat der Paulus hier „αρσαν” statt „ανερ” benutzt? Beides bedeutet Mann! Es muss also einen Hintergrund dafür geben, warum er dieses Wort wählte. Der Grund ist der, dass man im Altgriechischen dieses Wort für das Liegen bei einem männlichen Kinde gebrauchte. Es geht also schlichtweg um Päderastie (von griechisch „παιδεραστια” = Knabenliebe). Dies kann man in vielen altgriechischen Schriften ebenfalls so finden. Diese Knaben welche hier missbraucht wurden waren im Alter ab zwölf Jahren bis ungefähr 16 Jahren. In Ausnahmefällen bei sehr kindlichem Aussehen bis maximal 28 Jahre. Es ging bei diesen Begriff also damals eindeutig um Missbrauch von Kindern, welche damals für die gehobene Klasse als schicklich galt, ja sogar im damaligen hellenischen Tempelkult und in philosophischen Gedankengängen als normal anzusehen war. Für diese Kinder war dies aber schon damals ein Martyrium!

Das zweite Wort „μαλακοι” hat in beiden Wortteilen griechischen Ursprung. „μαλα(ι)” steht für weich oder süß „κοι” steht für schmücken

Man sah hierin eine Person, welche sich so gesehen süßlich (also angenehm) und weichlich gab. Hierin sieht man also den Lustknaben, der sich selbst feilbot für sexuelle Gelüste. Solche Angebote nutzten auch die oben erwähnten Knabenschänder. Die in der Bibel gewählte Umschreibung "Lustknaben" ist durchaus als korrekt anzusehen, obwohl es keine Entsprechung für das Wort im Altgriechischen gibt. Hierbei geht es somit um männliche Hurerei!

4.4. unklare Worte des Neuen Testamentes 

    „Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.”
    (Matthäus 5, 22)

Mancher Ausleger meint in dem Wort "Racha" (Luther 1912) oder Raka (Elberfelder) das Wort für Weichling zu sehen. Im Luthertext von 1984 wir es mit dem Begriff „Nichtsnutz” übertragen. Das Ursprungswort ist „ρακα” was die griechische Übertragung vom aramäischen Wort „ ריק” ist. Beides bedeutet soviel wie hohl oder leer. Würde man das hebräische Äquivalent „רכך” zu Grunde legen, dann wäre die griechischen Entsprechung „μαλακοσ”. Dies ist aber nach meiner Sicht nicht ganz korrekt, da nach Lage der Dinge Jesus eher Aramäisch als Hebräisch gesprochen hat. Dies ist aber ein weiteres sehr breitgefächertes Thema

    „Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.”
    (Matthäus 8, 8)

In dieser Textstelle steht im Grunde nicht Knecht, sondern Knabe. Interessant wird es, wenn man weiter liest und zur Schriftstelle kommt:

    „…so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er's.”
    (aus Matthäus 8, 9)

In beiden Fällen wird der Begriff mit Knecht übersetzt und doch unterscheidet der Urtext zwischen dem Knaben (griechisch: „παισ”) und dem Knecht oder Sklave (griechisch: „δουλοσ”)

Das Wort deutet, wie auch die ganze Geschichte zeigt, auf eine sehr emotionale Beziehung zwischen den beiden hin. Man könnte hier also durchaus auf Päderastie schließen. Falls man dieser Interpretation folgt, dann hätte Christus keinen Anstoß an der so genannten Knabenliebe genommen. Denn ER lobt ihn sogar für seinen großen Glauben. Interessant dabei ist, das auch die Parallelstelle im Lukas (7, 7) den Hauptmann mit dem Begriff „παισ” zitiert, obwohl ansonsten der Begriff „δουλοσ” benutzt wird. Sieht man nun noch in das Johannesevangelium kann man diesen Begriff ähnlich finden. Zunächst berichtet die Bibel von einem Sohn. Schließlich wird der Hauptmann mit dem Begriff „παιδιον” (=Baby; also sehr Junges Kind!) zitiert (Vers 49). Hier könnte man durchaus auf einen Schreibfehler tippen, denn im Vers 51 berichten ihm dann seine Knechte, dass sein Knabe („παισ”) lebt.

Man beachte aber dabei, dass hier nur Knabe und nicht etwa Lustknabe geschrieben steht!

    „Denn einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!”
    (Matthäus 19, 12)

Häufig wird auch dieser Vers in Zusammenhang mit Homosexualität gebracht.
Versuchen wir aber mal wörtlich zu übertragen:

εισιν sein γαρ denn ευνουχοι Eunuch οιτινες welche εκ heraus κοιλιας Leibeshöle μητρος der Mutter εγεννηθησαν zeugen/gebären ουτως ebenso και und εισιν sein ευνουχοι Eunuch οιτινες welche ευνουχισθησαν kastrieren/entmannen υπο von των den ανθρωπων der Mensch και und εισιν sein ευνουχοι Eunuch οιτινες welche ευνουχισαν kastrieren/entmannen εαυτους sich selbst δια durch/mit την den βασιλειαν das Königreich των der ουρανων Himmel ο die δυναμενος können χωρειν gelangen/Raum_haben χωρειτω gelangen/Raum_haben

Ob sich hier Jesus wirklich auf „geborene Homosexuelle” bezieht, lässt sich dem Text nicht entnehmen. Im Text befindet sich der Begriff „ευνουχηοσ” die griechische Urform des Eunuchen. Dabei handelte es sich aber um einen Menschen, der unfähig ist Sex zu haben (kastriert), da nach der Kastration, im Gegensatz zur Sterilisierung jeglicher Geschlechtstrieb unmöglich ist. Er kann also lediglich passiv daran teilhaben. Hier erscheint mir ein bisschen viel Spekulation vorzuliegen. Vielmehr wird hier wohl sehr deutlich der Verzicht auf Sex angeführt.

    „Es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus lieb hatte, der lag bei Tisch an der Brust Jesu. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete. Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist's?”
    (Johannes 13, 23 bis 25)

Betrachten wir diese Schriftstelle, dann muss man auch andere Schriftstellen mit besehen.

    „Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn!”
    (Johannes 19, 26)

    „Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.”
    (Johannes 20, 2)

    „Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus lieb hatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät?”
    (Johannes 21, 20)

In allen Fällen lesen wir von einem Jünger den Jesus lieb hatte, dass es hierbei um Johannes ging ist hinlänglich bekannt. Das Liegen an der Brust sagt aber nicht zwangsläufig aus, dass beide Sex miteinander hatten. Lieben kann man auch ohne sexuelle Befriedigung. Schon Mutter oder Vater lieben ihr Kind ohne an Sex zu denken. Wäre es anders, dann wäre es schlimm! Die Schriftstelle sagt also nichts zu einer sexuellen Annäherung aus. Gewiss man kann es schon hineininterpretieren, nur verkehrt man dann nicht eigentlich das Wort der Bibel, welches ja als Wort Gottes zu sehen ist? Am Rande sei erwähnt, das der Markus einen ähnlichen Sachverhalt beschreibt, aber dazu im nächsten Abschnitt.

4.5. Worte aus den Pseudepigraphen 

Pseudepigraphen sind Schriften, welche aus welchen Gründen auch immer keinen Eingang in den Kanon bekamen. Einige dieser Schriften findet man auch im Internet. Das so genannte Geheime Markusevangelium ist eine Variante des uns gebräuchlichen Markusevangeliums. Obwohl das Geheime Markus-Evangelium selbst verloren gegangen ist, sind uns zwei Fragmente daraus durch einen Brief des Kirchenvaters Clemens von Alexandria. erhalten geblieben.

Laut Clemens von Alexandria steht in Markus 10, zwischen Vers 34 und 35

    „Aber der Jüngling, als er ihn ansah, liebte ihn und fing an, ihn anzuflehen, dass er bei ihm sein möge. Und sie gingen aus dem Grab heraus und kamen in das Haus des Jünglings, denn er war reich. Und nach sechs Tagen sagte ihm Jesus, was er tun solle, und am Abend kommt der Jüngling zu ihm, ein leinenes Tuch über [seinem] nackten [Körper] tragend. Und er blieb diese Nacht bei ihm, denn Jesus lehrte ihn das Geheimnis des Reiches Gottes.”

Im gleichen Kapitel soll dann noch im Vers 46 das farblich markierte zu finden sein.

„Und sie kamen nach Jericho. Und die Schwester des Jünglings, den Jesus liebte, und seine Mutter und Salome waren dort, und Jesus empfing sie nicht. Und als er aus Jericho wegging, er und seine Jünger und eine große Menge, da saß ein blinder Bettler am Wege, Bartimäus, der Sohn des Timäus.

Wir lesen hier von einem Jüngling, welcher Liebe zu Jesus verspürte, was diese Bekleidungsart aussagt verschweigt aber die Bibel. Man mag nun die Sachlage sehen wie man will, es gibt jedoch Hinweise die eine Auslegung, hin zur Homosexualität, eventuell vage unterstützen. Wenn wir im Text des Markus weiter lesen, dann finden wir eine Stelle, die ebenfalls von einem jungen Mann berichtet, welcher nur ein leinenes Tuch über seinen Körper trug!

    „Ein junger Mann aber folgte ihm nach, der war mit einem Leinengewand bekleidet auf der bloßen Haut; und sie griffen nach ihm. Er aber ließ das Gewand fahren und floh nackt davon.„
    (Markus 14, 51 und 51)

Es gibt eine weitere Parallele zum Johannesevangelium (11). Hier wird ebenfalls kurz vor dem Einzug nach Jerusalem davon berichtet, dass in Bethanien der Bruder (hier der Lazarus) einer Frau (Maria/Martha) gestorben war und von Jesu wieder zum Leben erweckt wurde. Es könnte also durchaus zutreffend sein, dass die von Clemens erwähnte Schriftstelle tatsächlich bei der Abschrift verloren ging. Auch hier finde ich die Sachlage etwas zu spekulativ. Sollte man dies aber wirklich so einordnen kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass Jesus Homosexualität nicht verurteilt hat. Richtiger erscheint mir aber die Variante, dass dieses Thema gar nicht von Jesu erwähnt wurde, weil es für SEINE Lehre nicht primär, sondern eher sekundär war.

 

6. Einordnung in unsere heutige Glaubenssicht 

Homosexualität ist im Christentum und in den verschiedenen Konfessionen ein sehr kontroverses Thema. Die Haltung der Theologen und Christen ist dabei in vielen Fällen, durch ihre Sicht der Bibel geprägt, dabei legen die Einen diese Schriftworte traditionelle aus und sehen praktizierte Homosexualität als Sünde und die Anderen, eher liberalen Ausleger sehen keinen Widerspruch zwischen Bibel und praktizierter Homosexualität. In der Bibel spielt diese Frage nach meiner Sicht aber bestenfalls eine Nebenrolle. Für die ersten Christen war es offensichtlich kein zentrales Thema! Wenn genau genommen eine antihomosexuelle Position bezogen wird, so kann man sich nicht auf Jesus unseren Erlöser berufen. Einzig der ehemalige Pharisäer Paulus schreibt über dieses Thema! Dieser Mann lebte aus Überzeugung zölibatär, die sexuelle Vereinigung gehörte für ihn, ausschließlich in die Ehe (siehe 1.Korinther 7, 1 bis 8). Aber betrachten wir doch mal die Aussagen des Paulus aus einem andern Gesichtswinkel.

Paulus erwähnt in seinem Brief an die Römer insgesamt 45-mal das Wort Sünde. Zum Ersten mal lesen wir es in Römer 3, 9. Den Begriff für Sünder verwendet er insgesamt 4-mal und auch erst im dritten Kapitel. Da ist es doch interessant diese Schriftstelle einmal anzuschauen:

„Was sagen wir denn nun? Haben wir Juden einen Vorzug? Gar keinen. Denn wir haben soeben bewiesen, dass alle, Juden wie Griechen, unter der Sünde sind, wie geschrieben steht:
„Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer.”

Ich finde diese Aussage sehr wichtig für die Einschätzung! Also alle und nicht nur einige Ausnahmen sind Sünder! Hier ist jetzt ganz interessant, wie Paulus die sexuelle Betätigung benennt. Er schreibt hier eindeutig von „ασχηεμοσυνε” (=Schande). Warum schreibt er aber nun in diesem Zusammenhang von Schande und nicht direkt von Sünde? Der Paulus beginnt im Vers 26 nach einem bestätigten Amen mit einer Aufzählung von Sünden, welche bis zum Vers 31 geht. Als Nachsatz fügt er hinzu, dass Alle nach Gottes Recht den Tod verdienst hätten. Nun sind aber im Vers 26 und 27 zwei unterschiedliche Aspekte angesprochen. Es geht schlichtweg um Ehebruch und um den sexuellen Verkehr zwischen Männern und genau genommen auch zwischen Frauen, denn beide Geschlechter werden angesprochen. Allerdings wird bei den Frauen nicht beschrieben, was mit widernatürlichem Verkehr gemeint ist! Die Sachlage wird dann nur bei dem männlichem Part beschrieben. Beides wird aber als Schande („ασχηεμοσυνε”) bzw. schändlich („ατιμια”) bezeichnet.
Diese Worte haben aber noch einen anderen Sinninhalt.

„ασχηεμοσυνε”: bedeutet auch Unanständigkeit oder Scham und

„ατιμια”: bedeutet auch Ehrlosigkeit bzw. Unehre

Sie haben also ihre Ehre in der Gesellschaft verspielt, die wiederum durch die israelitische Kultur geprägt war! Wenn wir aber im biblischen Sinne über Ehebruch reden, dann wird im Gesetz eindeutig die Beziehung von Mann und Frau darunter gesehen. Wenn also eine Frau mit einem andern Mann, außer ihrem Ehemann sexuellen Verkehr hatte, dann war das schlichtweg Ehebruch. Wie Jesu dazu Stellung nahm kann man in Matthäus 19 nachlesen. Ehebruch ist aber nach den Geboten Sünde! Diese Aussage über den Ehebruch gilt analog natürlich auch für Männer! Die Sachlage, dass man auch mit einem Mann Sex haben kann und somit auch Ehebruch begeht wird aber vom Gesetz genau genommen nicht abgedeckt. Somit beschreibt hier der Paulus den Ehebruch mit einem Mann und bezeichnet dies als Sünde (Kapitel 2, 1), den so genannten widernatürlichen Verkehr aber als Schande oder Unehre! Man kann also hieraus auf keinem Fall herauslesen, dass Paulus hier die Homosexualität klar als Sünde bezeichnet! Vielmehr geht es ihm hierbei um Ehebruch!

Im Weiteren gilt meine schon oben erwähnte Schriftstelle aus Kapitel 2, 1!!

Gehen wir zur nächsten Schriftstelle die Paulus uns hinterlässt.

Im sechsten Kapitel des 1. Korinther (ab Vers 15) zählt der Paulus einige Dinge auf, die das Erreichen des Reiches Gottes verhindern können. Als Sünde bezeichnet er dann im Vers 18 konkret die Hurerei. Er gibt sogar dazu eine Begründung, welche wir im Vers 16 finden.

    „Oder wisst ihr nicht: wer sich an die Hure hängt, der ist ein Leib mit ihr? Denn die Schrift sagt: „Die zwei werden ein Fleisch sein””
    (siehe auch 1. Mose 2, 24).

Genau genommen ist schon wechselnder Geschlechtsverkehr Ehebruch. Ständiger Ehebruch ist aber schon Hurerei. Die Geldfrage spielt dabei biblisch gesehen eher eine untergeordnete Rolle. Dabei ist aber nun wiederum auch der wechselnde Geschlechtverkehr zwischen Männern dem gleich zu sehen und somit Hurerei. Somit ist Ehebruch und Hurerei ein Verstoß gegen das 6. Gebot ist und ein Verstoß gegen ein Gebot, ist Sünde! Dieser Zusammenhang findet sich hier sehr deutlich wieder. Die Sachlage, dass es sich wahrscheinlich sogar um Unzucht mit Minderjährigen (Päderastie) handelt habe ich schon oben angeführt.

Im 1. Kapitel des ersten Briefes an den Timotheus wird ebenfalls vom Paulus eine Aufzählung angeführt. Dabei gibt er einen deutlichen Bezug zum Gesetz er nennt dabei die Knabenschänder in einer langen Reihe mit den Sündern auf. Hier gilt schon die obige Ausführung analog. Genau betrachtet wird also auch hier der Beischlaf zwischen Männern nicht als Sünde definiert, sondern die Päderastie.

 

Fazit: 

An keiner Schriftstelle wird also die Homosexualität direkt als Sünde bezeichnet. Nur der Paulus bringt mit seinen Aussagen (Römer 1), diese Sachlage in die Nähe der „ηαμαρτια" (=Sünde / Römer 2, 1), aber er vermeidet dies deutlich als Sünde zu brandmarken. In den beiden anderen Schriftstellen ist etwas anderes beschrieben und kann so gesehen nur bedingt herangezogen werden. Wenn man also so gesehen die Homosexualität als Sünde bezeichnet, dann widerspricht man genau genommen dem Wort der Bibel. Was bleibt dann aber zu diskutieren? Betrachten wir Altes und Neues Testament als eine Einheit, was es im Grunde ja auch ist, dann bleibt das Thema aus 3. Buch Mose. Hier geht es um die Heiligungsregeln, in welchem diese Sache angesprochen wird. Dabei werden aber auch noch wesendlich mehr Dinge angesprochen als nur die Homosexualität. In der Kirche gibt es eine Sache, die auch sehr mit Heiligung zu tun hat. Es handelt sich um den Gottesdienst (siehe hierzu: der Tempel Gottes) und ganz besonders dabei um Sündenvergebung und Abendmahl. Hierzu muss sich Dienstleiter und die Gemeinde heiligen. Lehnt nun die Gemeinde einen Bruder am Altar ab; hier gibt es viele Gründe, also nicht nur die Homosexualität, dann kann es passieren, dass man die nötige Heiligung, um Gemeinschaft mit Jesus haben zu können, nicht erreichen kann. Daher sollte man hier ganz behutsam vorgehen.

Für mich sind dazu folgende Dinge notwendig:

      - Ehrlichkeit! Der Mensch mit homosexuellen Neigungen sollte dies nicht verschweigen.

      - Treue! Wenn man ein Ja zu einer Partnerschaft gegeben hat, muss man dazu stehen. Treue ist keine Sache von Tagen, sie sollte ein Leben halten! Also vorher über die Gefühle klar werden!

      - Ein Ja-Wort, welches man einer Frau gegeben hat ist einzuhalten. Ein heraus schleichen aus einer Ehe weil man gemerkt hat, man ist plötzlich "gay" ist unakzeptabel, denn das ist Ehebruch!

      - Eine Beziehung zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern ist genauso wie eine Ehe zu sehen! Sollte man also den männlichen Partner verlassen, dann ist auch das Ehebruch!

      - das Umfeld sollte toleranter werden. Dazu muss von Seiten der Verantwortlichen angehalten werden. Wie kann man aber zur Toleranz anleiten wenn man selbst keine Toleranz üben kann?

      - keine Ablehnung! hier sind beide Seiten angesprochen, denn auch die gleichgeschlechtlich lebenden Menschen lehnen, wenn auch unbewusst, so manches ab

      - Akzeptanz erringen! Dazu muss man ohne Schleichwege seine Haltung vertreten, denn nur so kann man auf der Gegenseite auch Akzeptanz erlangen.

      - Man sollte dem jeweils Anderen nichts aufzwingen! Sollte ein Bruder mit homosexueller Neigung und Praxis von der Gemeinde nicht akzeptiert werden, dann sollte man dies nicht erzwingen, denn es leidet die Heiligung auf beiden Seiten darunter!

Ich halte daher auch bei der Findung von dienenden Pfarrern und Brüdern nichts davon, dass man Brüder welche homosexuell sind, aus dem Gemeindeleitungsbereich auszuschließt, es sei denn es liegt Ehebruch vor (dann Beurlaubung wie auch im "Normfall")! Hier sollte wie schon allgemein gehandhabt nach Bereinigung der Sachlage eine neue Entscheidung gefällt werden. Auch diese Brüder wollen mithelfen und haben auch uns etwas zu geben! Bei Einsetzung eines Pfarrers bzw. Priesters sollte man Rücksicht auf die Gemeinde nehmen. Ist die Gemeinde bereit einen Homosexuell geprägten Menschen als Gemeindeleiter anzunehmen, dann gibt es auch keinerlei Bedenken mit der Heiligung. Höhere Aufgaben, wie z.B. Bischof, sollte man mit Rücksicht auf das größere Arbeitsgebiet, nicht durch diese Brüder erfüllen lassen, da dann eventuell jemand nicht seine Heiligung erreichen kann. Jedes Pfund, was uns anvertraut ist, wird wieder von uns gefordert werden (Matthäus 25, 14 bis 30 und Lukas 19, 11 bis 27). Was für Sorgen wäre es für einen Bruder, wenn er eins dieser Pfunde (eine anvertraute Seele) durch Unachtsamkeit verliert! (Hesekiel 34) Auch das Gleichnis vom verlorenen Schaf könnte hier angeführt werden (Lukas 15, 3 bis 7)

 

PS.: Es wird hier mancher denken, dass ich bei diesem Thema Frauen ausschließe. Dem ist aber nicht so. Leider ist es aber so, dass zusammen lebende Männer eher ausgegrenzt werden, als wenn Frauen zusammen leben. Ich habe daher bewußt hier die Männer in meiner Abhandlung angeführt. Natürlich gilt jede Aussage auch im gleichen Maße für Frauen!

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